Stefan Erbe
(Electronic Circus-Festival, Lemgo - 15.08.2026)


    

Stefan Erbe gehört seit mehr als 20 Jahren zu den bekannten deutschen Namen in der Elektronikszene. Er kann auf eine Vielzahl an Veröffentlichungen zurückblicken und ist regelmäßig live zu sehen. Seine Auftritte sind immer ein audio-visuelles Erlebnis, denn er unterlegt seine Musik mit sehr ansprechenden Bildern/Filmen, die die Thematik seiner Musik widerspiegeln. Bei seinem Konzert wurden dann Landschaftsaufnahmen - auch mal verfremdet - oder auch Comic-artige Storys gezeigt. Oder es ging auf der Leinwand futuristisch zu, indem Bilder aus dem All oder von künstlicher Intelligenz zu sehen waren.

    

     

Stefan Erbe hatte eine sehr gute Setlist zusammengestellt, die einen Querschnitt seiner Veröffentlichungen darstellte. Wie er selbst sagte, bot er ein Potpourri aus seinem Schaffen. Wie bei seinen Konzerten üblich, gingen die einzelnen Stücke nahtlos ineinander über.

     

Den Start machte „Big Hall“, das mir Klängen begann, die ein wenig an Vangelis erinnerten, sich aber schnell in den typischen Erbe-Sound wandelten. Schnell setzte dann auch ein pumpender Rhythmus ein, in den sich dann Harmonien legten, die Erbe dazu spielte. Das war dann schon eine andere und rhythmischere Hausnummer als die Musik von Electronic Visions. Durchweg waren die Stücke von druckvollen Rhythmen durchzogen, was auch das Markenzeichen seiner Musik ist.

     

    

In „Expedition Orbital“ fuhr Stefan dann den Rhythmus etwas runter und kombinierte dies mit flächigen Harmonien, was dem Weltraumthema entsprach. Düstere Klänge kamen danach in „Damaged Not Dead“ auf - ein Break in der ansonsten sehr positiven musikalischen Ausrichtung. „Brainwashed“ thematisierte dann unsere heutige Medienabhängigkeit. Anhand von Zeichentrickfilmen im Stil der frühen Mickey Maus und Betty Boop wurde diese Thematik sehr gut umgesetzt. Auf humorvolle, aber auch sehr nachdenkliche Weise zeigten die Bilder unsere Handy-Affinität und wie manche Menschen nicht mehr ohne diese Medien leben können und darauf fixiert sind. Das Stück „When Angels Travel“ bestand aus einer herrlichen Melodie, die mit einem fetten Beat kombiniert wurde.

     

Nach großem Applaus ging es dann in die Zugaben, bei denen das Highlight des Konzertes „(Escape from) New York“, dem Titelstück des John Carpenter-Films „Die Klapperschlange“ war. Stefan hatte die Grundmelodie genutzt und dann in seinen eigenen Stil mit ansprechenden Rhythmen transformiert. Beendet wurde das Konzert dann von dem Stück „S-Thetic“, das sich sowohl auf Stefans Soloalbum „2Club Genetica“ wie auch dem gemeinsamen Album mit Steve Baltes „S-Thetic²“ befindet.

    

     

Stefan Erbe spielte ein umjubeltes Konzert, das die Besucher von Beginn an gefangen nahm. Dabei sorgten auch die ansprechenden Animationen für beste Unterhaltung.

     

 

Setlist  

Big Hall
Fireflies
Wundwerk
GENE 26ver
Expedition Orbital
Damaged Not Dead
Lost Windmill
Brainwashed
When Angels Travel
Solitude

Zugabe

(Escape from) New York
All the Stars
S-Thetic

Stephan Schelle, September 2026

 
  

      Konzert - Electronic Visions

Konzert - Faux Tales