Faux Tales
(Electronic Circus-Festival, Lemgo - 15.08.2026)


    

Hinter dem Projektnamen Faux Tales verbirgt sich der Schweizer Komponist und Produzent Timo Loosli. In seinen Live-Performances verbindet er akustisches Klavier, analoge Synthesizer und Effekte zu filmischen Klanglandschaften. Seine Musik bewegt sich - wie er selbst auf seiner Homepage schreibt - im Spannungsfeld fragiler Introspektion und treibendem elektronischem Momentum, irgendwo im fesselnden Zwischenraum von Neoklassik, Ambient und Post-Rock.

    

Auf der Bühne ist Loosli umgeben von Klavier, Synths, Drum Machines und Effekten, um die Stücke in Echtzeit immer wieder neu zu formen. Während die eine Hand Klaviermotive trägt, moduliert die andere Filter, Delays und Texturen. So entstehen Live-Performances, die sich lebendig, unvorhersehbar und einnehmend anfühlen. Mit ihm führten die Macher vom Electronic Circus das fort, was sie im Jahr zuvor mit Marius Nitzbon begonnen hatten: Neo-Klassik at it’s best kombiniert mit Ambient.

    

    

Timo bot ein kompaktes Set, bei dem seine Stücke nahtlos ineinander übergingen. Er spielte an seinem Piano, dessen Saiten offen lagen, herrlich atmosphärische Melodien, die er dann mit elektronischen Klängen, Sequenzerrhythmen und Beats mischte. Heraus kamen hypnotische Stücke, in die man einfach nur eintauchen und sich fallen lassen konnte. Es entstand darüber hinaus über weite Strecken eine intime verträumte Stimmung, die etwas Magisches hatte. Manches wirkte auch wie ein Soundtrack zu einem imaginären Film.

     

    

Besser als Timo es auf seiner Homepage geschrieben hat, kann man es nicht sagen: Statt konventionellen Arrangements zu folgen, entfaltet sich die Musik langsam: Filigrane Klavierphrasen schweben durch pulsierende Sequenzen, Moog-Bässe und analoge Percussion gewinnen stetig an Fahrt, bevor sie wieder im Raum verklingen. Und genau in diesem Stil absolvierte er ein hinreißendes Konzert.

    

    

Timo Loosli aka Faux Tales lieferte ein grandioses Konzert aus sanften elektronischen Sounds und organischen Pianoklängen, die er immer wieder mit herrlichen, teils pumpenden Beats kombinierte. Die Besucher verharrten dabei andächtig auf ihren Sitzplätzen, so dass man auch während der ruhigeren Passagen eine Stecknadel hätte fallen hören können. Dies endete dann zum Schluss in einem tosenden Applaus.

    

    

 

Setlist  

Solace
Pulses
Soar
Ascent
Currents
Polar Drift
Adrift
Waves
Closer
Ripples
Woven
Beacon

Zugabe

Atlas

Stephan Schelle, September 2026

 
  

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