Bernd Kistenmacher live Münster 2013
Bernd Kistenmacher
(Live im Planetarium Münster am 23.11.2013)


     

Der Berliner Bernd Kistenmacher hat gerade sein aktuelles Album unter dem Titel „Utopia“ herausgebracht. Dieses Mal ist er aber nicht allein ans Werk gegangen sondern die Musik ist quasi im Stile einer Band eingespielt worden. Bei der Albumproduktion waren neben Bernd Kistenmacher (Synthesizer) auch Thorsten Quaeschning (Gitarre), TThomthom Geigenschrey (Violine), Burghard Rausch (Schlagzeug) und Vana Verouti (Gesang beim Titelstück) beteiligt.

    

     

    

     

Da Burghard Rausch, der ursprünglich auch mit bei der Livepräsentation in Münster dabei sein sollte, nicht auftreten konnte, sprang kurzerhand der Picture Palace Music-Schlagzeuger Mirko Rizzello für ihn ein. Dies geschah kurzfristig, daher blieb Mirko mehr im Hintergrund, während Burghard auf der CD etwas mehr zur Geltung kommt. Aber auch so sorgte Mirko neben den Sequenzern an einigen Stellen für den rhythmischen Unterboden.

    

     

    

    

Recht mystische und bedrohlich wirkende Klänge von Synthesizer und Violine starteten in den ersten Set, der aus einer improvisierten Fassung von „Utopia“ bestand. Dazu wurde die Grafik des Covers, bestehend aus farbigen Symbolen, die der Natur entnommen sind (Bäume Vögel etc.), an die Kuppel geworfen. Stilistisch ging Bernd Kistenmacher damit zu seinen Wurzeln zurück. Klanglich begab er sich damit in die Zeit der 80’er, denn Ähnlichkeiten zu Klaus Schulzes „Audentity“ waren nicht ganz von der Hand zu weisen.

     

    

     

    

Während die Flächen und Sequenzerrhythmen im Hintergrund ihre Arbeit verrichteten und Thorsten an der Gitarre gelegentliche Effekte und Sounds einstreute, war die Violine von TThomthom Geigenschrey doch sehr dominant. Danach Während formte sich die Musik an einigen Stellen zu sehr sakralen Gebilden, dazu zeigten sich an der Kuppeldecke Formen und Muster, die an alte Kulturen oder Gebetsstätten erinnerten. Zum Ende hin wurden gar fantasymäßige Landschaften an der Decke gezeigt. Zusammen hatten Bild und Ton eine starke hypnotische Ausstrahlung. Das wurde auch dadurch unterstützt, dass der Sequenzer über weite Strecken recht monoton und gleichförmig seine Arbeit verrichtete.

     

    

     

    

Nach einer kurzen Pause bot Bernd Kistenmacher dann im zweiten Set einen Auszug aus seiner vorletzten CD „Antimatter“. In dieser „Antimatter-Suite“, wie Bernd diesen Teil nannte, wurden die Sounds des Werkes als Grundlage genutzt zu denen die Musiker dann improvisierten. Bildlich legte das Planetarium jetzt noch einmal eine Schippe drauf. Zu Beginn waren umwerfende Bilder von einer startenden Rakete zu sehen, die das Publikum förmlich ins All transportierte. In unglaublich scharfen Bildern wohnte man einem Ausflug zu anderen Planeten bei und sah eine Landung auf dem Mars(?), Meteoriten, die auf die Zuschauer herzustürzen drohten, explodierenden Planeten, Raumschiffe und einen Ring um unseren Heimatplaneten sowie eine Reihe von Radioteleskopen. Diese Bilder sorgten für entsprechende Atmosphäre.

     

    

    

     

Als Zugabe gab es dann eine Instrumentalversion des Titelstückes des neuen Albums „Utopia“, das in der Albumversion von Vana Verouti gesungen wird. Dieses Stück stellte sich als das harmonischste und melodiöseste des gesamten Konzertes heraus. Wunderbare Sounds und das Ohr schmeichelnde Melodiebögen verzauberten so die Besucher. Dazu zog wieder die Grafik des Covers der aktuellen Kistenmacher-CD ihre Bahnen an der Kuppeldecke. So endete ein hypnotisches und begeisterndes, wenn auch über einige Strecken recht anstrengendes Konzert von Bernd Kistenmacher und seinen musikalischen Mitstreitern.

    

     

    

Setlist

Utopia (Stücke aus dem Album)
Antimatter Suite

Zugabe

Utopia (Instrumentalversion des Titelstücks)

Stephan Schelle, 24.11.2013

 

      Picture Palace Music Konzert

 

 

Picture Palace Music und Bernd Kistenmacher live-Menue