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Selten habe ich in den letzten Jahren
einen so lebensbejahenden Hellmut Hattler erlebt. Zuletzt kürzlich bei dem
Stone-Prog-Podcast im Dialog mit Marek Arnold und eben auch zum Abschluss am
Samstag hier in der Alten Kongress-Halle Nähe Theresienwies’n mit seinen
Kumpels von Kraan. Marek trat auch hier am Sonntag auf. Aber vielleicht lag
es auch an der Bass-Kollegin Claudia González Diaz, die egal wo sie
auftaucht, in Kontakt mit den Tiefton-Spielern kommt und die Musiker
regelrecht auflädt mit ihrer Lebensfreude.

Hellmut selbst sagt: „Die Dienstälteste
deutsche Band durchgängig immer in Originalbesetzung.“ Das können wir
bestätigen, Rang-Nummer 2: Epitaph. Und wer meint, da muss es doch
inzwischen Abnutzungserscheinungen geben, weit gefehlt. Natürlich sind der
Tieftöner Hellmut, Gitarrist Jan Friede Wolbrandt, Schlagzeuger Peter
Wolbrandt alle drei älter geworden. Nicht nur wir, sondern auch viele
befragte Gäste waren über diesen Auftritt beim TAP-Fest sehr angenehm
überrascht. Eine kleine Gruppe von sehr jungen Fans, die wir zufällig auf
dem Weg zum Hotel trafen, waren euphorisch, so eine Vorstellung von Rosalie
Cunningham, aber besonders von Kraan erlebt zu haben.

Die Spielfreude des Trios war
beeindruckend, die Präzision und Harmonie ebenso, das Repertoire aus
Klassikern und Aktuellem (auch von 2026: „All In“) wie aus einem Guss. Das
Band-Küken Martin Kasper, er war immer mal für einige Kompositionen mit auf
der Bühne, fügte mit seinem banddienlichen Tastenspiel noch einige Akzente
zum guten Klangbild hinzu. Das erinnerte uns an einige Konzerte mit
Keyboarder Ingo Bischof (1975-2007). Hellmut wies auch mit einigen
Bemerkungen darauf hin und verbeugte sich damit vor seinem 2019 verstorbenen
Kollegen, aber auch vor Martin „Kaaasssperrr“, wie er gutgelaunt den
Keyboarder immer wieder respektvoll vorstellte. Volle Punktzahl für Kraan,
unseren Höhepunkt des ersten Festivaltags und ehrlicherweise für alle
anderen vier Formationen am Samstag.
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