|

Muss man über Kraan noch Worte verlieren?
Eigentlich nicht, denn die Band um Deutschlands besten Bassisten, Hellmut
Hattler, hat ihre ganz eigene musikalische Ausrichtung seit der Gründung im
Jahr 1970 gefunden. Ihr musikalischer Stil lässt sich kaum in eine Kategorie
einordnen. Es ist eine Fusion aus Rock, Jazz und Ethno-Einflüssen und sie
fügten ihrem Sound später US-Mainstream- und Soul-Elemente hinzu. Ihren Stil
nannten sie kurz und ergreifend ´Wintrup Musik`, benannt nach ihrem Domizil
im Teutoburger Wald.


Neben Hattler sind auch noch die
Gründungsmitglieder Jan Fride (Schlagzeug) und Peter Wolbrandt (Gitarre) im
aktuellen LineUp dabei. Darüber hinaus unterstützt sie Keyboarder Martin
Kasper, der das Durchschnittsalter damit erheblich senkt. Auch diese drei
„älteren Herren“ boten eine Show, die begeisterte. Man merkte ihnen ihr
Alter nicht an, denn alle Drei legten eine Spielfreude und Energie an den
Tag, die einfach nur mitriss.



Auf dem Programm standen neben einem Stück
ihres gerade erst erschienenen Albums „All In“ und zwei vom vorletzten Album
„Zoup“ vor allem Klassiker der Band wie „Andy Nogger“, „Holiday am
Materhorn“ oder „Wintroper Echo“. Und mit „Andy Nogger“, das bei kaum einem
Auftritt fehlen darf, startete die Band dann auch gleich mal recht
druckvoll. Sofort hatten sie das Publikum auf ihrer Seite.



Es ist immer wieder eine Freude, Hellmut
Hattler am Bass, Peter Wolbrandt an der Gitarre und Jan Fride am Schlagzeug
zu erleben. Das Trio, unterstützt vom jungen Martin Kasper am Keyboard,
baute auch in Finkenbach einen druckvollen Sound auf und bewies immer noch
ihre Fingerfertigkeit und ihr Rhythmusgefühl, bei dem so manch Jüngerer
nicht mitkommt.



„Dinner For Two“, das im Anschluss an
„Hallo Ja Ja, I Don’t Know“ gespielt wurde, bietet immer wieder eine
atemberaubende Spieltechnik von Hellmut und Peter. Die Beiden agierten dabei
traumwandlerisch. Und diese Art von jazzigem Krautrock funktioniert einfach
immer noch und ist zeitlos. Die neueren Stücke zeigten sich dagegen moderner
und melodiöser mit tollen Grooves.



Das begeisterte Publikum ließ die Band
nicht ohne Zugabe von der Bühne und so performten sie zum Schluss eine kurze
Version von „Nam Nam“ und brachten das Publikum zum Singen.


|