Holle Mangler – Tales From A Fairy World Part 2
 

Holle Mangler – Tales From A Fairy World Part 2
Eigenvertrieb / https://hollemangler.de (2025)

(10 Stücke, 79:40 Minuten Spielzeit)

„Tales From A Fairy World Part 2“ ist die siebte Veröffentlichung des deutschen Elektronikmusikers Holle Mangler, der mit seiner Musik auch die Grenzen der traditionellen Elektronikmusik sprengt. Mangler verbindet auf dem Album erneut traditionelle Elektronikmusik mit Progressive- und Artrock. Das neue Album ist der zweite Teil des in 2021 erschienenen Konzeptwerkes „Tales From A Fairy World Part 1“. Wie das erste Album, so kann auch das neue Werk auf der Homepage des Musikers kostenlos downgeloaded werden. Es steht dann ausschließlich zur privaten Verwendung zur Verfügung. Beide Teile des Konzeptwerkes beschreiben die Reise durch Höhen und Tiefen in einer Feenwelt.

 

 


„Part 2“ enthält vier Stücke weniger, dafür sind fünf Stücke auf dem Album Longtracks, die sich jenseits der Zehn-Minuten-Marke bewegen. Und gleich mit einem gut elfminütigen Longtrack startet Mangler in den zweiten Teil seiner Feensaga. Das Stück trägt den Titel „The Sorcerer“ und beginnt mit sehr rhythmischen Klängen. Nach einigen Momenten kommen dann ein treibender Groove und sägende, Gitarrenartige Passagen auf. Das ist schon recht rockig mit einem elektronischen Einschlag. Dann spendiert Mangler dem Stück eine eingängige Melodie und baut im Mittelteil einen hardrockigen Part ein.

Mit „Staring Into The Eyes Of Death“ kommt dann gleich ein weiterer, mehr als elfminütiger Track an die Reihe. Dieser beginnt zunächst recht mysteriös, bekommt aber nach wenigen Momenten sanfte, flächige Harmonien, die vom Schlagzeug untermauert werden. Nach gut anderthalb Minuten setzt dann eine Melodielinie ein, die nach wenigen Momenten von einem markanten Basslauf durchbrochen wird, der sich auch im Verlauf unter die anderen Klänge und Melodielinien setzt. Mangler spielt im Verlauf auch mit der Dynamik und baut die Melodie weiter aus.

Mit dem viereinhalbminütigen „Panic“ kommt dann der erste kürzere Track, der auch gleich wesentlich rhythmischer und damit rockiger klingt. Das liegt vor allem am Schlagzeugspiel und der dynamischen Melodielinie. Ein Stück, das sich auch gut auf einem Progrock-Album machen würde.

Und schon folgt mit „Funeral For An Oath“ ein weiterer elfminütiger Longtrack. Auch hier hat Mangler ein schönes Bassmotiv zu Beginn eingebaut. Der Bass sorgt dann aber schnell für einen eher zeitlupenartigen Rhythmus. Das passt auch gut zu der sehr ruhig angelegten Melodielinie. Danach sorgen elektronische Harmonien für eine verträumte Stimmung. Nach etwa vier Minuten kommen dann kurzfristig etwas rauere Klänge auf, ohne den sanften Gesamteindruck zu unterbinden.

Und auch das folgende „Liberation“ hat Mangler lang ausgearbeitet, denn es kommt auf fast 13 Minuten Spielzeit. Der Beginn zeigt sich zunächst recht mystisch. Mangler hat hier einige Passagen in denen verschiedene Instrumentensounds immer mal wieder nach vorn treten. So findet sich ein filigran gespieltes Schlagzeugmotiv neben einer auf einem Bass eingespielten Melodielinie. Das Ganze wird von Flächensounds unterlegt und nach mehr als zwei Minuten dann in einen Part überführt, in dem nun der Synthesizer die Melodielinie übernimmt. Das Stück bietet dabei Struktur- und Rhythmuswechsel.

Das sechsminütige „Along The Butterfly Meadow“ läutet dann eine Folge von drei kürzeren Stücken ein. Mangler spielt hier eine liebliche Melodie auf dem Keyboard, während er den Track mit dem Schlagzeug nur sanft vorantreibt. Ein schönes, melodiöses Stück. Mit Flächen und einer Art Wasserrauschen startet dann das sechseinhalbminütige „Page 21“. Schnell ändert sich aber das Bild, sobald Mangler hier einen rockigen Schlagzeugpart einsetzt, der jetzt nach Hardrock klingt. Darauf legt er dann eine von hellen Keyboardklängen und -flächen bestimmte Melodie.

Mit gerade mal zwei Minuten ist „Garden Of Rebirth“ (mit Ausnahme des abschließenden Outros) der kürzeste Track des Albums. Dieser Track wirkt wie eine Kollage aus Windspielen, deren Hall durch ein Tal weht. Danach folgt dann auch mit etwas mehr als 13 Minuten der längste Track „Gathering Of The Council Of Elders“. Dieser startet mit recht sakralen Klängen. Eine Art Mönchsgesang durchzieht den ersten Teil des Stücks, das aber schnell einen druckvollen Schlagzeugrhythmus und Bass- sowie Gitarrenlinien bekommt. Auch in diesem Stück wechselt Mangler Struktur und Rhythmus sowie die Melodien. Er wandelt dabei auch zwischen recht sphärischen und dann wieder rockig/druckvollen Parts.

Mit dem anderthalbminütigen „Outro“ beendet Holle Mangler nicht nur dieses Album, sondern auch seine zweiteilige Feengeschichte.

Wie schon im ersten Part, der bereits 2021 erschein, bietet der zweite Part eine Mischung aus traditioneller Elektronikmusik und Progressive Rock. Mangler würzt das Ganze mit eingestreuten Hardrock- und Metalrhythmen. Das passt sehr gut zusammen. Und das er das Werk wieder zum privaten Gebrauch kostenlos zur Verfügung stellt, ist schon alle Ehre wert.

Stephan Schelle, Juni 2025

 
   

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