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Letztes Jahr war Todor
„Toscho“ Todorović und seine Big-Band der Abschluss, dieses Jahr
schließt auch ein legendärer Musiker mit seinem begleitenden Blues-Team,
hier mit den The Goosebumps Brothers, diesmal das zweite Mal aus Italien,
das Festival-Programm des 2. All Is Blues Festival ab. Wir hatten diesjährig
in Bamberg schon einmal das Vergnügen mit dem Gentleman des Blues Adam
Wilson Blount alias Big Daddy Wilson. Er bringt seine italienische
Tour-Band, bestehend aus Cesare Nolli (Gitarre, Gesang), Nicolo Taccori
(Schlagzeug, Gesang), Paolo Legramandi (Bass, Gesang) mit ins Frankenland.
Auch sie hatten, wie
Andrea De Luca und seine Truppe, eine anstrengende Anreise, kamen am
Samstagmorgen früh aus Polen angereist. Wir trafen sie bereits kurz vor dem
Technik-Check in der Band-Nobel-Herberge Lamm in Höchberg. Und sie kamen
durch die Küche in das Restaurant. Lamm-Chef Werner Lawrenz meinte etwas
irritiert: „Jeder,
der durch die Küche reinkommt muss eigentlich mithelfen.“ Er war dann
aber gnädig, denn 1. Alle sahen echt müde und abgekämpft aus und 2. Die
hatten ja noch am Abend einen anstrengenden anderen Job im Keller Z 87 vor
sich. Kurz vor dem Auftritt wirkten sie aber wieder taufrisch, der Kelch der
Küchenarbeit war anscheinend an ihnen vorübergezogen, Werner war gnädig
und so konnten sie ungestört ihre Technikprobe antreten.
Der Blues-Messias und
seine drei Apostel spielen vor den zahlreichen und von weither angereisten Jüngern
in Würzburg. Und er teilte mit der großen Gemeinde Blues, Funk, Gospel,
Soul. Big Daddy hat eine Stimme und Bühnenpräsenz die praktisch jedes
Publikum, egal wo, elektrisiert. Auch die drei Goosebumper sind eine Bank.
Vom ersten Moment an sind die fachkundigen Zuschauer hellwach und
aufmerksam, spüren, dass es ein besonderer Abend werden könnte. Und das
wird er, mit jedem Lied wächst das Kollektiv enger zusammen, immer wieder
Szenen-Applaus. Das ist ansteckend, der Funke springt auf die Musiker über
und man spürt nicht nur, dass sie mitgehen, es ist auch deutlich sichtbar.
Wir haben uns am Samstagabend mit dem Quintett sehr darüber gefreut und am
nächsten Morgen im Hotel herzlich auf ein Wiedersehen verabredet. Auch
Ehefrau Helga Blount, sie ist auch Managerin von Adam Wilson, sieht sehr
zufrieden aus und auch beim Merch hat sie gut zu tun.
Eine sehr gute
Veranstaltung die nach Wiederholung schreit!! Einziger Wermutstropfen,
diesmal keine einzige Frau auf der Bühne. Hier ein paar Namen, die sich die
Organisatoren merken sollten: Yasi Hofer aus Ulm, die Fränkin Karin
Rabhansl aus Nürnberg, The See See Riders aus Bamberg, Vanesa Harbek aus
Berlin. Sehr positiv ist aber die Leidenschaft des Organisations-Komitees
und auch den Mut, Künstler wie Andrea De Luca nach Deutschland zu holen.
Fazit: Nach diesen vier Konzerten mit Blues-Musik, fühlten wir uns besser
als vorher. Michael van Merwyk hatte recht, also Premium-Veranstaltung!!
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