Andrea de Luca
2. All Is Blues Festival, Würzburg, 14.11.2025
 


    

Wie lebendig, innovativ und gut die italienische Blues-Szene ist; aktuell mit Stefano Ronchi, The Goosebumps Brothers, Stefano Barigazzi & Band, The Juke Joint Smokers, Cinelli Brothers, haben wir schon dutzendfach Live erlebt. Das italienische Quartett um Römer Andrea De Luca war auf einer Odyssee, um ihren Auftritt im Club Z 87 in Würzburg zu bestreiten. Sie brachten das 75-minütige Album „Live In Studio Sessions“ (2023) mit.

    

    

Aus ihrer Heimat Rom haben sie unterwegs in Mailand den Keyboarder Alessio aus Sardinen aufgelesen und sind dann zu viert nach Würzburg angereist. Sie spielen hier für die fränkischen Blues-Fans auf, schlafen ein paar Stunden und treten nach spartanischem italienischen Frühstück sofort die Rückreise über Mailand nach Rom an.

    

Wir lesen in vielen Texten, mit welchen anderen internationalen Blues-Helden Maestro der Hawaii-Gitarre Andrea bereits zusammengespielt hat. Aber allein so einen Einsatz für die deutschen Blues-Fans machen ihn für uns zu einem Helden, wie Michael ja vorher bei „Heroes“ gesungen hat, „ein Held nur für einen Tag“. Hoffentlich nicht, denn Andrea hat mit seinem Auftritt seine Visitenkarte für weitere Besuche im deutschsprachigen Raum abgegeben.

    

Auf der Bühne eine Vielzahl von verschiedenen Gitarren, die Andrea im Laufe des Konzerts virtuos einsetzte. Besonders mit seinen Lap-Steel-Gitarren und seinem sehr betonten Gesang sorgte er für Aufregung und viel Szenen-Applaus. Auch seine kleinen Geschichten aus seinem Leben, die erzählte er immer wieder beim Wechsel der Gitarren, haben uns berührt. Ein Musiker gibt Einblick in sein Leben, das ist wie bei MVM der Blues, der uns alle verbindet. Nicht nur heute, sondern auch schon vor 100 Jahren. Schon im Laufstall wurde er mit Musik berieselt und das hat dafür gesorgt, dass diese Flamme bis heute nicht verloschen ist.

    

    

Andrea kommt erst einmal allein auf die Bühne, spielt zuerst zwei reduzierte akustische Lieder. Danach kommen die drei singenden, italienischen Bellos an Bass (Menotti Minervini), Tasten (Alessio Sanna) und Trommeln (Andrea Pupi Merli) dazu. Eine sehr schöne Darbietung nimmt seinen Lauf, immer wieder kleine Überraschungen an den Instrumenten, das Spiel an Lap-Steel und Slide dominiert das Geschehen. Auch Andrea interpretiert mit „Shadows In The Rain“ einen starken Klassiker von den „englischen Polizisten“. Und das Publikum honoriert den enormen Einsatz dieser vier sympathischen Männer aus Bella Italia. Der frenetische Applaus wollte einfach nicht abebben, da musste Andrea doch noch einmal ran. Er schnappte sich einen Stuhl und eine seiner Hawaii-Gitarren, setzte sich vor die Bühne und spielte unverstärkt und von den Fans umringt noch eine letzte Zugabe. Klar, dass beim Merch von Andrea De Luca danach noch einiges los war. Wir quatschen draußen im Foyer auch mit Axel Küstner, der hier mit einer Ausstellung von drei Dutzend S/W-Bluesfotografien, Motto: „Gon’ Play It For Lil’ Brother“, noch einen weiteren Glanzpunkt setzte.

    

    

 
 

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