![]() |
Yes – From A
Page Im Jahr 2019 veröffentlichten Yes das Minialbum „From A Page”. Am 24.04.2026 erschien eine erweiterte Edition auf DoppelLP und DoppelCD. Mir lag zur Besprechung die DoppelCD vor, die in einer Calmshell-Box mit 16seitigem Booklet, fünf Art-Cards und einem ausfaltbaren, doppelseitig bedruckten Posters herauskommt. Auf den CDs finden sich Neben den ursprünglichen vier Songs auch alternative Versionen und Demos von Songs, die während der Albumsessions entstanden sind und von denen einige für das nachfolgende Album „Fly From Here“ genutzt worden. |
|||
Unter der Leitung von Oliver Wakeman und gemischt sowie remastert von Karl Groom enthält diese erweiterte und remasterte Ausgabe von „From A Page“ die ursprünglichen vier Songs sowie alternative Keyboard-Versionen von drei Songs aus „Fly From Here“, bei denen Oliver Wakemans Keyboard-Parts aus den ursprünglichen Songwriting-Sessions die von Geoff hinzugefügten Keyboard-Parts ersetzen. Disc 1 enthält außerdem die Studioversion des von Chris Squire geschriebenen Songs „Aliens“, der während der „In The Present“-Tour 2008 gespielt wurde, um das Album zu erstellen, das vor Trevor Horns Ankunft geplant war. Disc 2 bietet sechs Demoversionen von Songs, darunter „Updraft“, das als Grundlage für den Abschnitt „Army Of Angels“ im Titel „Into The Storm“ diente, „Don’t Take No For An Answer“, das nicht auf dem Originalalbum enthalten war, aber während der Sessions überarbeitet wurde, sowie eine akustische Alternativversion von „Words On A Page“ und den Single-Mix von „To The Moment“, der zuvor nur auf der Original-Vinylplatte erhältlich war. Die Fünf Stücke, die sich auf dem 2019’er Minialbum befanden, sind hier auf den beiden CDs verteilt (vier auf CD 1 und der Single Mix von „To The Moment” auf CD 2). Daneben enthalten die beiden CDs weitere Stücke und Alternativversionen. Oliver Wakeman (Sohn von Rick Wakeman), hat die musikalische DNA seines Vaters mitbekommen, denn seine Keyboardparts gehen deutlich in die Richtung, die sein Vater bei Yes eingebracht hat. Geoff Downes, der einige der Titel für das Album „Fly From Here“ neu eingespielt hatte, besitzt dagegen einen ganz anderen Stil. Mit der Veröffentlichung von „From A Page“ kommen somit die Fans der frühen Yes zu ihrem Recht. Die erste CD beginnt mit dem sehr schönen, eingängigen „To The Moment“ von dem auf CD 2 noch eine alternative Version sowie der Single Mix zu finden ist. Das Stück stammt aus der Feder von Oliver Wakeman und bietet herrlich eingängigen Prog mit AOR-Einschlag. Vor allem die Keyboards und die Gitarren sorgen für Yes-Feeling. Das von Chris Squire geschrieben „The Man You Always Wanted Me To Be“ ist ebenfalls sehr melodisch mit viel Yes-Vibe in dem Oliver Wakeman auch ein schönes Solo beisteuerte, das an alte Zeiten andockt. Mit „From The Turn Of A Card“ ist ein weiteres Stück von Oliver Wakeman dabei, das dann auch mit einer schönen Pianomelodie beginnt. Ein ruhiges, sanftes Stück mit teils mehrstimmigem Gesang. Benoit David singt hier mal nicht im Stil von Jon Anderson. Knackig und rockiger präsentiert sich dann „Into The Storm“, das von der ganzen Band im Zusammenspiel mit Trevor Horn komponiert wurde. Aber auch hier ist der Yes-Faktor deutlich zu spüren. Danach folgt dann „Aliens“ von Chris Squire. Ein sehr atmosphärischer Song, der durch die Keyboards einen weiten Klangraum bekommt. Hier ist dann auch Oliver Wakeman an seinen Tasten sehr präsent. Das „Hour Of Need“ von Steve Howe komponiert wurde, hört man deutlich heraus. Aber auch Oliver Wakeman streut die für frühe Yes typischen Keyboardklänge in den eingängigen Song ein. „Words On A Page“ ist dann das dritte Stück das allein aus Oliver Wakemans Feder stammt. Über weite Strecken ist natürlich das Keyboard sehr dominant, aber auch den anderen Instrumenten wird genug Raum eingeräumt. So findet sich im letzten Drittel ein herrliches Gitarrensolo. Den Abschluss der ersten CD bildet dann das Stück „The Gift Of Love“, das wieder von der damaligen Besetzung zusammen komponiert wurde. Dieser fast zehnminütige Track bietet alles, was man von Yes erwarten kann. Die zweite CD hält dann vorwiegend Alternativversionen bereit. So zum Beispiel eine sehr schöne, akustische Version von „Words On A Page“. Darüber hinaus gibt es mit „Don’t Take No For An Answer“ und dem Instrumental „Updraft“ noch zwei weitere Stücke. In Letzterem zeigt Oliver Wakeman noch einmal seine Fertigkeiten an den Tasten. „From The Page” ist eine schöne Box, die Neben den Originalstücken des Minialbums aus 2019 sowie Alternativversionen der Stücke auch noch einige schöne Beigaben bereithält. Allerdings ist die Veröffentlichung eher auf die Zielgruppe der Yes-Fans gerichtet. Wer aber gerade auf den Sound der früheren Yes mit eingängigen Melodien steht, der sollte sich diese Version zulegen. Stephan Schelle, Mai 2026 |
||||