The Birch – Vicious Mind
Tonzonen Records / Cargo (2025)

(7 Stücke, 30:57 Minuten Spielzeit)

The Birch ist ein Trio aus Quedlinburg im Harz, das sich im Jahr 2022 gegründet und dem Sound der 70’er Jahre verschrieben hat. Die Band besteht aus Lucas Habenreich (Gitarre, Gesang), Santiago Garcia (Bass) und Volker Blath (Schlagzeug). Nach ihrem Debütalbum „Dazed Dreams“ aus 2023 erscheint am 21.11.2025 ihr zweites Album mit dem Titelt „Vicious Mind“ digital und auf LP.


Auf einer Auslandsreise nahmen The Birch ihr zweites Studioalbum in Miami Beach auf, was ihnen durch die Eindrücke, die sie im Land der Freiheit gesammelt hatten, eine neue Note verlieh. Twangige Gitarren und eine geradlinige Rhythmusgruppe entführen den Hörer in psychedelische Klanglandschaften, während ein durchgängiger Beat ihn durch die 30 Minuten von „Vicious Mind“ begleitet.

Die Presseinfo ist ein wenig karg, was die Besetzung anbelangt. Und auch auf der PromoCD. die mir zur Verfügung stand, sind keine weiteren Infos dazu zu bekommen. Ob Pablo Manresas, der im Pressetext genannt ist, Gastmusiker ist, kann ich daher nicht sagen. Im Pressetext ist aber zu lesen: Pablo Manresas Keyboardspiel bildet einen konstanten Teppich aus warmer Hammondorgel oder Ragtime-Piano. Am bedeutendsten ist das Streicharrangement in „Downpour“, das eine neue Facette des Sounds der Band schafft.

Vier Stücke, die in einem druckvolleren und eher dunkleren Flair gehalten sind, finden sich auf Seite A des Albums. Die restlichen drei Stücke auf der B-Seite zeigen eine eher weiche, rockige Seite der Band.

Kraftvoll geht es auch gleich mit dem eröffnenden Titelstück los, das mit fetten Gitarren loslegt die gleich Mal an Bands der Marke Black Sabbath erinnern. Der Song könnte auch gut aus den frühen 70’er Jahren stammen, ist aber Soundtechnisch in der Jetztzeit verankert. Ein dynamischer Beginn des Albums, bei dem die Stimme von Lucas Habenreich mich nicht ganz überzeugt.

Im TexMex-Stil geht es dann im nächsten Song „‘Till You’re Gone“ weiter. Dieser Stil wird mit 70’er-Jahre-Rock geschickt vermischt. Hier kommt dann Lucas Habenreichs Stimme für mich auch besser zur Geltung. Etwas ruhiger zeigt sich dann „Little Treat“ mit herrlicher Orgelunterstützung. Lucas Habenreich wirkt dabei ein ums andere Mal wie Ray Davis von den Kinks. In „Trinity“ zieht das Trio dann den Drive wieder mehr an. Das liegt vor allem an den Gitarren und dem treibenden Schlagwerk. Psychedelisch wird es in der zweiten Hälfte in der die Gitarren gedoppelt und von der Rhythmusgruppe perfekt vorangetrieben werden. Das erzeugt einen hypnotischen Sog.

Die zweite Seite startet mit dem Song „Downpour“, bei dem auch Pablo Manresas in die Tasten greift. Atmosphärisch beginnt dieses Stück und wird mit Streichersounds und einer leichten Countrynote der Gitarren verziert. Das hat auch balladeske Züge, aber ist sehr volumenreich umgesetzt.

Rock’N’Roll wird dann im Song „Rock’N’Roll“ geboten, wie soll es auch anders sein. Das ist ein treibendes Stück mit viel Pep. Das rockige „Free Your Head“ beschließt dann das Album.

Das zweite Album des deutschen Rocktrios The Birch bietet einen bunten Blumenstrauß an musikalischen Stilen. Da steht Rock’N’Roll neben Psychedelic- und 70’er-Jahre-Rock. Aus diesem Grund wird auch ziemlich viel Abwechslung geboten, ohne dass das Album wie Stückwerk klingt. Die Band schafft es durch ihren Sound die einzelnen Stücke zusammenzuhalten. Einziger Kritikpunkt für mich ist an der ein oder anderen Stelle der Gesang von Lucas Habenreich. Der klingt manchmal etwas gequält. Musikalisch ist das Album aber Top.

Stephan Schelle, November 2025

   

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