Slung - In Ways
Fat Dracula / Republic Of Music (2025)

(11 Stücke, 37:25 Minuten Spielzeit)

Die Band Slung, die mit zwei Singles am Ende des Jahres 2024 für Aufsehen sorgte, veröffentlichte am 02.05.2025 ihr Debütalbum „In Ways“. Die Band besteht aus Gitarrist Ali Johnsons, Sängerin Katie Oldhams, Bassist Vlad Matveikovs und Schlagzeuger Ravi Martins. Auf dem Album finden sich äußerst druckvolle, aber auch atmosphärische Stücke.


Ursprünglich war Slung eine Idee von Vlad, während er in Brighton lebte, und es dauerte einige Zeit, bis die Band entstand. Er erzählt, dass er Ali 2009 zufällig auf einem Campingplatz in Australien traf, sich während eines Lockdowns in Katie verliebte und in seiner anderen Funktion als Geschäftsführer des Indie-Labels Small Pond ein Demo der alten Band von Schlagzeuger Ravi Martin hörte. Der Kern einer Idee für Slung begann zu keimen, als sich Vlads vorherige Band InTechnicolour auflöste, als er begann, neue musikalische Ideen zu formulieren, ohne zu wissen, wohin sie ihn führen würden. Vlad begann mit gleichgesinnten Sängern wie Ash Tubb (Sugar Horse), Zac Jackson (El Moono), Lucy Sheehan (Projector), Annie Dorret (CLT DRP) und Micahel Barton (Sick Joy) zu arbeiten. Katie als Sängerin an Bord zu holen, war eine ganz eigene Reise. „Das erste, was man wissen muss, ist, dass Vlad eine absolute Maschine ist“, sagt sie ganz sachlich. „Er hat Kreativität, Leidenschaft und Tatendrang wie kein anderer, und eine Fähigkeit, 'etwas zu erledigen', die ihresgleichen sucht. Vor etwa zwei Jahren kam er mit diesen Demos auf mich zu, um mich zu fragen, ob ich mit ihm als Sängerin zusammenarbeiten und vielleicht versuchen wolle, daraus eine Band zu machen. Ich habe *total* ausgeflippt“, gibt sie lachend zu. „Meine vorherige Band (Sit Down) hatte sich erst vor kurzem aufgelöst und mein Selbstvertrauen war am Boden - ich fühlte mich einfach nicht bereit. Nach etwa einem Jahr Überzeugungsarbeit und nachdem Vlad Ali und Ravi erfolgreich rekrutiert hatte, wagte ich schließlich den Schritt und trat bei.“ Nachdem sie eine musikalische Heimat gefunden hat, die wirklich zu ihr passt, äußert sie sich nun rührend über den Rest der Gruppe und ihre gemeinsame Reise: „Ich kann mich nicht erinnern, wann ihr alle zu Hauptfiguren in meinem Leben geworden seid“.

Das Album beginnt mit dem druckvollen „Laughter“. Da knallt die Band ein ordentliches Brett auf die Hörer los, denn der Rhythmus hat was von einer Schnellfeuereinlage. Und Sängerin Ali schreit zu Beginn, um danach in einen angenehmen Gesangsstil zu wechseln. Im Mittelteil schreit sie dann den Text raus, was so ein wenig an Laurie Anderson erinnert.

Das folgende „Class A Cherry“ hat zwar auch einen fetten Rhythmus zu bieten, zeigt sich aber mehr von einer atmosphärischen Seite, was vor allem an den Gitarreneinschüben liegt. Auch wirkt Katies Gesang hier eindringlich. Im Reffrain wird es dann sehr eingängig mit fettem Raumklang.

Eine herrliche Gitarrenpassage eröffnet dann „Come Apart“, ein getragener Song bei dem Katies Gesang unter die Haut geht. Musikalisch geht es dann in ähnlicher Form, aber mit mehr Hall und Dynamik in „Collider“ weiter.

„Matador“ wird von einem heftigen Rhythmus aus Bass und Schlagwerk untermauert und haut wieder ein ordentliches Brett raus, bei dem sich Katie die Seele aus dem Leib singt. Fast zeitlupenartig weht dann „Heavy Duty“ durch den Raum.

Das Titelstück „In Ways“ bringt es gerade mal auf 41 Sekunden Spielzeit und ist ein atmosphärisches Zwischenspiel das in das folgende „Nothing Left“ überleitet. Das atmosphärische „Falling Down“ beendet dann das Album.

„In Ways“, das Debüt der Band Slung ist ein druckvolles Album, das mit fettem Sound und teils brettharten Rhythmen ausgestattet ist. Aber es kommen auch immer wieder atmosphärische Passagen auf, in denen dann Katies Gesang zerbrechlich wirkt. Ein spannendes Debüt im Umfeld von Alternative und Heavy Rock.

Stephan Schelle, April 2026

   

CD-Kritiken-Menue