![]() |
Saris –
Project: Off World Drei originale Saristen, drei hochkarätige Mitspieler Ich hörte diese Woche einige Magazin-Heft-CDs durch und stutzte bei einem Saxofon-Solo. Das kann doch eigentlich nur Marek Arnold sein. Geschaut und tatsächlich der Saxofonist ist der Vielarbeiter aus dem sächsischen Remse. Und welche Band spielt hier so fantastisch auf. |
|||
Das einzige verbliebene Gründungsmitglied Derk Akkermann und Langzeit-Bassist Lutz Günther (seit 1998) mussten erneut Wechsel in der Besetzung in Kauf nehmen. Gegenüber dem Vorgänger „Beyond The Rainbow“ ist die langjährige Sängerin Anja Günther und Schlagzeuger Jens Beckmann ausgeschieden. Der Gesang wird nun zum dritten Mal, diesmal allein, von Henrik Wager (geboren und aufgewachsen in England, Flying Pickets) übernommen. Interessant wird es dann aber bei den helfenden Händen an Instrumenten, Produktion und Technik und mit denen wird es wahrlich zu einem Projekt. Tausendsassa Martin Schnella hat hier Gitarre, Technik und Produktion, sein langjähriger Freund Marek Arnold hat Saxofon und Co-Produktion übernommen. Beide sind auch gute Freunde von US-Schlagzeuger Jimmy Keegan (Pattern Seeking Animals) der hier alle Arbeiten mit den Trommelstöcken beisteuerte. Drei originale Saristen und die gleiche Zahl hochkarätige Mitspieler, das gemeinsame Ergebnis ist erstklassige, zeitgemäße, anspruchsvolle Rockmusik. Saris wurde 1981 von Multi-Instrumentalist Derk Akkermann gegründet, sie veröffentlichten „Out Of Your Night“ (1983) als Single und tourten ausgiebig. Aber erst 1992 stand dann eine stabile Besetzung, die das Debüt „Dead End Street“ (1993) aufnahm. Erneut ging es auf ausgedehnte Tourneen. Nach sagenhaften 16 Jahren der Nachfolger „Curse Of Time“ (2009). Wie bei vielen anderen deutschen Bands in diesem Segment gab es ein Rauf und Runter, viel Arbeit wenig Lorbeeren. In stabiler Besetzung drei beachtete Alben in nur 11 Jahren, dann wieder einmal Ausstieg von Mitgliedern. Derk und Henrik machen dann zuletzt als gleichberechtigte Partner weiter und das ist nun die Geburtsstunde dieses Projekts. Auch Saris sind von den aktuellen Problemen und Krisen auf diesem Planeten stark inspiriert. Das führte zu reichlich Ohrenfutter im Bereich harter, komplexer, melodischer Rockmusik mit enormer Bandbreite. Ein Album das zum einen zum punktuellen Zuhören einlädt, aber auch beim Nonstop Durchlauf einen immer wieder aufhorchen lässt. „Project: Off World“ hat einiges zu erzählen und transportieren, das zeigt schon die Laufzeit von insgesamt 73 Minuten und 45 Sekunden. Starke Kompositionen in Text und Musik, Solos die sich gewaschen haben und sich versuchen in den Gehörgängen festzukrallen. Dazu Produktion und Technik die keinerlei Wünsche offenlassen. Mich erinnert dieses Album sehr stark an das aktuelle Werk „The Eternal Moment“ von Flying Circus aus der Nachbarschaft Grevenbroich. Wieder einmal eine gute Produktion und Zusammenarbeit in der Triangel Progressive Promotion Records (Oliver Wenzler), Overlodge Recording Studio (Martin Schnella), B’Side Music Studio (Marek Arnold). Marek hatte die Band ja kürzlich in seinem Stone Prog Podcast #66 zu Gast. Ein starkes Lebenszeichen des Trio-Projekt aus unserer Nachbarstadt. Roland Koch, Juni 2026 |
||||