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Meanwhile
Project Ltd - Sir Mandrill Es ist schon manchmal komisch. Da bekommt man eine CD zur Besprechung und die geht dann irgendwie unter. Zig Monate später hat man sie dann plötzlich wieder in der Hand und wundert sich, warum man da nicht sofort eine Rezension geschrieben hat. So ging es mir mit dem Meanwhile Project Ltd. und ihrem Album „Sir Mandrill“. Das Album erschien am 17.05.2024 in einem vierseitigen Papersleeve. Es enthält elf Stücke mit Laufzeiten von 1:36 bis 6:38 Minuten Spielzeit. |
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Sir
Mandrill bietet einmal mehr eine üppige Palette verschiedener Stile, die
sich gekonnt miteinander vermischen. Auch hier verschmelzen Chanson, Folk,
Post-Pop, Indie-Rock, Alternative, Ambient und vieles mehr zu einem großen
Ganzen, das in seiner Gesamtheit absolut harmonisch wirkt. Einflüsse von
so unterschiedlichen Bands wie dEUS, Motorpsycho, den Villagers und
Calexico blitzen hier und da auf. Und die beeindruckende Stimme von Sänger
Marcell hüllt alles abwechselnd in einen warmen Mantel, mahnend, flehend,
aufrüttelnd und beruhigend von einem Moment zum nächsten. Nach
Angaben der Band lässt sich die Philosophie hinter Sir Mandrill wie folgt
zusammenfassen: „Das Album entstand in einer Zeit, in der die Menschheit
zunehmend gespalten zu sein scheint, die Meinungen immer weiter
auseinanderdriften und die meisten Ansichten kategorisch als entweder
schwarz oder weiß wahrgenommen werden. Für uns steht die Frage im
Mittelpunkt, was uns als Menschen im Wesentlichen ausmacht und wie wir uns
trotz aller Unterschiede immer ähnlich sind. Sir Mandrill ist der wilde
Affe, der in jedem von uns steckt und mit vermeintlich zivilisiertem
Verhalten zu verbergen versucht, wie gedankenlos und ungestüm wir
eigentlich denken und handeln.“ Mit
dem anderthalbminütigen „Concerning Dawn“ startet das Duo atmosphärisch
mit einer Verbindung aus verschiedenen musikalischen Elementen in das
Album. Da geht es schon recht rockig zur Sache. Das hätte für meinen
Geschmack aber gerne noch weiter ausgebaut werden können, denn gerade wo
es so richtig loszugehen scheint, ist es auch schon zu Ende. Artrockig
mit leichtem Popappeal zeigt sich danach das vierminütige „Overbalanced
Ways“. Der Gesang erinnert mich ein wenig an den ´von Stuart Nicholson
der britischen Band Galahad und doch ist er anders. Die Melodie und der
Rhythmus setzen sich schnell im Ohr fest. Die Musiker wechseln hier
zwischen sanften und druckvollen Passagen. Gitarre
und Piano starten dann in den nächsten Song „Bumps & Bruises“.
Der Song besitzt einen klasse druckvollen Groove und bewegt sich ebenfalls
im Umfeld des Artrocks, besitzt darüber hinaus aber auch noch weiteres
Flair (hat aus meiner Sicht auch eine Spur Bowie im Blut). Zwischendurch
zerfetzt eine etwas schräge Trompetenpassage den Song, was ihn umso
spannender macht. Mit
einem sanften Piano und dezentem Schlagzeug beginnt das balladeske
„Different Lenses“. Im Downtempobereich geht es zunächst mit „Catch
22“ weiter. Doch schon nach gut anderthalb Minuten entwickelt sich das
Stück zu einem treibenden Song, der im Mittelteil gar einen proggigen
Instrumentalteil besitzt. Eine klasse Nummer. Die
Akustikgitarre bestimmt dann in „Refilled“ das Geschehen. Ein sanfter
Song im akustischen Gewand. Mit „Bob Ross“ folgt dann eine weitere
recht rockige Nummer, die hier im Midtempobereich angesiedelt ist und zum
Ende hin an Dynamik gewinnt. Und auch die restlichen Songs überzeugen. „Sir
Mandrill“ von Meanwhile Project Ltd. ist ein klasse Album, das
verschiedene musikalische Elemente in sich vereint und dabei immer auf der
melodischen Seite bleibt. Man sollte sich aber nicht von der
Coverabbildung abschrecken lassen. Stephan Schelle, Januar 2026 |
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