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Glen
– It Was A Bright Cold Day In April GLEN nennt sich ein aus Berlin stammendes Quartett. Am 20.02.2026 erschien ihr viertes Album unter dem Titel „It Was A Bright Cold Day In April“. Der Albumtitel bezieht sich dabei auf den ersten Satz von George Orwells Roman „1984“ und ist ein viszerales Statement für noise-getriebene Energie und eklektische Freiform-Experimente. |
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Die fünf Gedichte im Gatefold-Cover skizzieren die narrative Struktur des Albums, vom Strudel des Eröffnungstracks „Frenzy” bis zum warnenden Glockengeläut am Ende des Albums „... and the clocks were striking thirteen“, die den verführerischen „Lotosesser“ umrahmen, gefolgt von dem explosiven „Brute Force“ mit dem unheimlichen Knarren und Knacken von Kriton Beyers Daxophon und Norbert Stammbergers wütendem Sopran- und Baritonsaxophon, während „Sublime“ zwischen der Freiheit des Aufstiegs über die Schwerkraft hinaus und einem unerbittlichen Zurückgeworfenwerden auf die Erde schwebt. Das Grenzen sprengende Quartett aus Berlin, bekannt für seine intensive Mischung aus Art Rock, Post-Rock und freier Improvisation, erweitert seine klassische Besetzung mit zwei Gitarren (Wilhelm Stegmeier, Eleni Ampelakiotou), Bass (Roland Feinaeugle) und Schlagzeug (Achim Faerber) um einige Gastmusiker und eine Vielzahl von Instrumenten, von Clavinet bis Synthesizer, und schafft so immersive, dichte, langsam brennende Klangstrukturen und hypnotisierende, durchscheinende Klanglandschaften, die durch Wiederholung, Spannung und ständige Transformation definiert sind und zwischen explosiver Energie, struktureller Präzision und frei fließender Improvisation wechseln. Physisch, atmosphärisch und kompromisslos oszilliert GLEN zwischen Minimalismus und Eruption. Roh und doch bewusst – ein kontrolliertes Chaos, angetrieben von Wiederholungen, Reibungen und allmählichen Metamorphosen. Filigrane Gitarrenklänge eröffnen das erste Stück „Frenzy“. Dann setzen Percussion und atmosphärische Gitarren ein. Das öffnet einen weiten Klangraum. Ein harmonischer Track, der auch einige jazzige Elemente beinhaltet, aber doch recht gut ins Ohr geht. Etwas rockiger beginnt dann das Stück „Lotosesser“, das in die Richtung Postrock geht. Dieser fast achtminütige Track ist noch eingängiger und macht richtig Spaß. Mysteriös startet dagegen das Stück „Brute Force“. Es dauert gut anderthalb Minuten bis die Band dann Gas gibt. Die Band spielt in diesem Track mit der Dynamik und hat auch wieder leicht jazzige Klänge mit eingebaut. Das fast 14minütige „Sublime“ rauscht und dröhnt eine ganze Weile dahin um dann in der zweiten Hälfte mächtig loszugehen. Das ist kraftvoller Noise-/Postrock. Viel ruhiger lassen sie es dann mit dem Track „... and the clocks were striking thirteen“ weitergehen. Hier eröffnen Klangschalenklänge um dann in einen atmosphärischen Part überzugehen, der sich bis zum Ende hin zieht. Danach gibt es noch die beiden Bonustracks „Zugzwang“ und „Il Ricordo“, die wesentlich melodischer gehalten und für mich das Beste an dem Album sind. Die deutsche Formation GLEN bietet auf „It Was A Bright Cold Day In April“ eine Mischung aus Art-, Noise- und Postrock. Dabei zieht sie ein ums andere Mal auch eine Wall Of Sounds hoch. Stephan Schelle, April 2026 |
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