Giants, Dwarfs And Black Holes – Cherrytree Stories And Other Innuendo Tales
Sireena Records / Broken Silence (2025)

(4 Stücke, 42:14 Minuten Spielzeit)

Der Name der deutschen Band Giants Dwarfs And Black Holes, die im Umfeld von Heavy Psych/Acid Prog Rock wandelt, ist auf ein Gedankenspiel zurückzuführen, dass einerseits die astronomischen Begriffe: Giants (Rote Riesen), Dwarfs (Weiße Zwerge) und Black Holes (schwarze Löcher) und andererseits ein Wortspiel für Wesen aus Märchen und Mythologie sein soll. Am 18.07.2025 erschien das vierte Album der Formation unter dem Namen „Cherrytree Stories And Other Innuendo Tales“.


Zum letztjährigen Vorgänger „Echo On Death Of Narcissus“ hat sich die Besetzung, bestehend aus Christiane Thomaßen (Gesang), Tomasz Riedel (Bass, Gitarre, Keyboards), und Carsten Freckmann (Schlagzeug) auf ein Trio reduziert, da Gitarrist Caio Puttini Chaves im September 2024 die Band verließ. Der Ausstieg veranlasste den Bassisten Tomasz Riedel, erneut zur Gitarre zu greifen. Da die personalreduzierte Band alle Gigs absagen musste, fokussierte sie sich sofort auf die Produktion des nächsten Albums. Und so ist das neue Werk schon im Juli 2025 erhältlich gewesen.

Die Basis der auf dem Album, das mir in der CD Version vorlag, die in einem sechsseitigen Papersleeve verpackt ist, enthaltenen vier Stücke stellt Heavy Psychedelic/Acid Progressive Rock dar.

Wie schon beim letztjährigen „Echo On Death Of Narcissus“, so braucht auch das neue Album von Giant Dwarfs And Black Holes „Cherrytree Stories And Other Innuendo Tales“ eine Zeit um damit warm zu werden. Das liegt für meinen Geschmack vor allem an der Gesangsstimme von Christiane Thomaßen, die nicht so leicht in mein Ohr eindringen will.

Vier Stücke finden sich auf dem Album, die alle mehr als sechs Minuten lang sind und bei denen das 19minütige „A Cent For The Old, Hollow And Stuffed Guy“ das Kernstück darstellt.

Filigrane Zupfarbeit leitet in den ersten, siebeneinhalbminütigen Song „Reframe“ ein. Dann kommt eine leicht rockige Note auf. Ein wenig Psychedelic, dann auch wieder sanfter Rock und auch leicht jazzige Anklänge werden hier mit südamerikanischen Rhythmen vermischt. Das klingt außergewöhnlich.

Mit dem achteinhalbminütigen „Electric Black“ geht es dann weiter. Hier sind auch Anleihen an den 70’er-Jahre Rock auszumachen. Die Gesangsstimme braucht bei mir aber einige Durchgänge um anzukommen. Das Instrumentenduo nutzt in diesem Longtrack ein ums andere Mal die Möglichkeit für längere instrumentelle Passagen. Da kommen auch mal recht funky klingende Rhythmen auf, die sich mit den rockigen Klängen vereinen. Gerade die Instrumentalpassagen überzeugen.

Auf nicht ganz sieben Minuten bringt es dann das Stück „Under The Cherrytree“, bei dem Christiane Thomaßen zwischen gesungenen Passagen und einer Art Sprechgesang wechselt. Musikalisch ist das ungewöhnlich, denn hier treffen sanfte rockige Rhythmen auf proggig/jazzige Klänge. Das ist nichts für den schnellen Konsum.

Zum Abschluss folgt mit dem 19minütigen „A Cent For The Old, Hollow And Stuffed Guy“ das Kernstück des Albums. Es beginnt mit einer sehr schönen Gitarrenpassage, die auch an frühe Genesis & Co. erinnert. Christiane Thomaßen fügt anfangs lautmalerischen, sirenenhaften Gesang hinzu. Dann kommen aber nach mehr als vier Minuten sanft rockende Klänge auf, auf die Christiane Thomaßen ihren Gesang legt. Die Band wechselt vor allem in den instrumentalen Passagen Rhythmik, Dynamik und Harmonien, so dass ein spannender Track entsteht, der eine gewisse Atmosphäre verströmt.

Auch das neue Album „Cherrytree Stories And Other Innuendo Tales“ der aus dem Rhein-Main-Gebiet stammenden Band Giants Dwarfs And Black Holes ist nicht immer leicht zu konsumieren und auf die Dauer auch recht gleichförmig. Ich empfehle hier auf jeden Fall zuvor hineinzuhören, auch wenn das Album einige Durchläufe braucht, um sich zu entfalten.

Stephan Schelle, August 2025

   

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