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Die Enterbten -
Niemals zu spät Die Enterbten nennt sich eine Rockformation aus dem nordrhein-westfälischen Brühl. Am 18.09.2026 erscheint ihr Debütalbum „Niemals zu spät“. Darauf vermitteln sie die Botschaft, dass es nie zu spät ist sich einen Traum zu erfüllen, auch wenn es Jahre und Mut braucht um ihn Wirklichkeit werden zu lassen. |
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Das Album erscheint im Jewelcase mit einem zwölfseitigen Booklet, in dem alle Texte abgedruckt sind. Inhaltlich steht „Niemals Zu Spät“ für eine positive Grundhaltung: an sich selbst zu glauben und sich auf dem eigenen Weg nicht beirren zu lassen. Der am 3. April 2026 als Single und Musikvideo ausgekoppelte Opener „Bock Auf Dieses Leben“ verbindet ein zügiges Tempo mit Art-Punk-Elementen und synthesizerbetontem New Wave. Zugleich ist der Song ein motivierender Aufruf, dem Leben bewusst Ja zu sagen – gerade dann, wenn es schwerfällt: raus aus dem Grübeln, den Kopf freimachen, an sich selbst glauben und nach vorne blicken. Der Song geht schon richtig gut los und macht richtig Spaß. Stilistisch wirkt es wie eine Mischung aus Punk und NDW. Weiter geht es mit dem Titelsong „Niemals Zu Spät“ das eine augenzwinkernde Hymne an den Lebensmut ist. Große Träume und vollkommen absurde Wunschlisten treffen auf reale Sehnsüchte und münden in einer klaren Botschaft: Unabhängig vom Alter und davon, wie ungewöhnlich oder bodenständig ein Ziel erscheinen mag, ist es jederzeit möglich, aufzubrechen und neu anzufangen. Treibende Gitarrenriffs und straighter Rock schieben diesen Song nach vorn. Der Gesangsstil von Michaela Ansey und die Keyboardklänge Guido Rizzato bringen erneut NDW-Feeling ein. Im Song „Nein“, mit einem punkigen tanzbaren Rhythmus, geht es um Selbstbehauptung und darum, sich weder verbiegen noch in eine Schublade pressen zu lassen. Der Song ermutigt dazu, klar Nein zu sagen, die eigenen Grenzen aufzuzeigen und einem bevormundenden Gegenüber eine deutliche Abfuhr zu erteilen. Recht elektronisch beginnt dann das Stück „Stark Wie Ein Shark“. Hier kommen auch rockig/wavige 80’er Klänge auf. Das Stück vermittelt die Botschaft, selbst in schweren Zeiten nicht aufzugeben, neue Kraft zu schöpfen und den eigenen Kampf entschlossen fortzusetzen. Sehr rhythmisch und eingängig mit tanzbarem Rhythmus zeigt sich dann das Liebeslied „Hauptgewinn“, das von einer schicksalhaften Begegnung erzählt, die sich wie ein Sechser im Lotto anfühlt. Zwei Menschen treffen aufeinander, finden zueinander und bleiben fortan eng miteinander verbunden. Mit „Einzigartig“, einem Song, der nicht nur von der Rhythmusgitarre stellenweise an Bands wie die Toten Hosen erinnert, präsentiert die Band eine selbstbewusste Selbstliebehymne, die sich bewusst von vermeintlicher Perfektion abwendet und stattdessen Echtheit feiert: ungeschminkt oder herausgeputzt, laut oder sanft, ordentlich oder chaotisch – alles gehört dazu. Der Song hat aber eine eigene Handschrift. „Mädchen“ hat einen treibenden Rhythmus und hat neben Punkelemente auch wieder eine Menge NDW im Blut. Der Song ist alles andere als ein harmloses Friede-Freude-Eierkuchen-Nümmerchen, sondern eine klare Ansage: Gleichstellung ist nicht verhandelbar. Der Song feiert Mädchen als stark, klug und frei und stellt sich gegen ein System, das Frauen kleinhalten, bevormunden oder bedrohen will, sowie gegen diejenigen, die dieses System unterstützen. Hier wird Sexismus nicht diskutiert, sondern entlarvt und entschieden zurückgewiesen: kein Platz für herabwürdigende Sprüche, kein Platz für Kontrolle, kein Platz für Angst. Der darauffolgende Song „Im Bett geblieben“ ist eine humorvolle Alltagskatastrophenparade über jene Tage, an denen von der ersten Minute an alles schiefläuft: Man verschläft, nichts funktioniert, das Wetter spielt gegen einen und selbst die kleinen Rettungsanker des Alltags fehlen. Statt sich weiter durchzubeißen, wendet der Song die Stimmung mit einem Augenzwinkern und setzt auf Eskapismus mit Charme. Wenn die Welt an einem solchen Tag nervt, ist Rückzug kein Versagen, sondern Selbstfürsorge – und möglicherweise sogar die beste Gelegenheit, doch noch etwas Schönes aus dem Tag zu machen. Rhythmisch geht der Song gut los. Eine sehr schöne Melodie besitzt dann das Stück „Frei“. Es handelt davon, in einer Welt, die häufig von Leistungsdruck und Geschwindigkeitsrausch geprägt ist, einen Moment innezuhalten. Sängerin und Songwriterin Michaela Ansey vermittelt die Idee, sich nicht ständig den Erwartungen anderer zu beugen, sondern loszulassen, den Kopf zu entlasten, in sich zu gehen und wieder bei sich selbst anzukommen. Das Album endet mit dem Stück „Tick Tack“. Der Song handelt von dem Versuch, den inneren Schweinehund zu überwinden, den vermutlich jeder kennt. Menschen schieben Aufgaben und Entscheidungen auf und sabotieren sich dadurch nicht selten selbst. Dabei versteht sich das Stück keineswegs als mahnender Zeigefinger, sondern vermittelt eine wichtige Botschaft: Wer alles auf morgen verschiebt, läuft Gefahr, dass das eigene Leben an ihm vorbeizieht. Das Debütalbum von Die Enterbten, das den Titel „Niemals zu spät“ trägt, bietet einen Mischung aus Punk und NDW, versetzt mit einigen New Wave artigen Keyboards. Den Texten liegen ernste Themen zugrunde, die von der Band aber in einer sympathischen und humorvollen Art dargeboten werden. Ein Album das Spaß macht. Stephan Schelle, September 2026 |
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