Baby Woodrose - Chasing Rainbows

Baby Woodrose – Chasing Rainbows
Bad Afro (2007)
(11 Stücke, 4215 Minuten Spielzeit)

Nachdem Baby Woodrose unter dem Namen Dragontears in erweiterter Besetzung in diesem Jahr schon eine in meinen Augen sehr schöne CD veröffentlicht haben, kommen sie nun unter ihrem angestammten Namen in der Besetzung Lorenzo Woodrose (Guitars, Organs, Vocals) Fuzz Daddy (Drums, Percussions) und The Moody Guru (Bass, Tamboura) mit einer neuen CD daher. Bisher spielten sie auf ihren mir bekannten Alben recht straight dahin. Bei allen Anklängen an die 60er fehlte die psychedelische Verspieltheit. Aber auf „Chasing Rainbows erinnern sie stark an „2000 Micrograms From Home“ des oben genannten Seitenprojektes.


Neben den oben stehenden Instrumenten gibt es auch Cello, Flöten, Tablas u. a. zu hören. Aufgenommen wurde die CD im Black Tornado Studio, was für seine alten Vintage-Geräte bekannt ist. So entsteht auch bei dieser CD ein Sound, der direkt aus dem Jahr 1967 kommen könnte, ohne technisch rückständig zu sein.

Musikalisch sind die Titel kurze, eingängige Stücke, die mit allerlei Gimmicks an Paisleyhemden, Flower Power und anderes erinnern. Spontan kamen mir Tomorrow oder aus späteren Zeiten die Dukes Of Stratosfear in den Sinn. Da wimmert die Orgel, es scheppert die Gitarre, trommeln die Tablas oder wird die Stimme durch irgendwelche Effektgeräte geschickt. Hinzu kommen rückwärts laufende Tapes, kurze oder knackige Gitarrensoli. Aber bei aller Verspieltheit stehen eingängige, fröhliche Melodien und Linien im Vordergrund, was die ersten acht Stücke etwas von der Dragontears-CD unterscheidet. Ab „Dark Twin“ folgen sie aber deren Spuren. Die Fröhlichkeit weicht der leichten Melancholie, das Tempo wird langsamer, der Grundton klagender.

Qualitativ sind beide Seiten der Band gleichwertig und so kann ich es recht kurz machen. Mit dieser CD machen sie sich in meiner momentanen Wertung für die CD 2007 selbst Konkurrenz. Ich habe aufgrund meines Alters endlich einen Jungbrunnen gefunden, der mich zumindest im gefühlten Alter wieder in meine Lieblingszeit zurückbringt.

Andreas Plaeschke, Oktober 2007

   

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