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Sequentia Legenda -
Timeless Der französische Elektronikmusiker Laurent Schieber, der als Sequentia Legenda seine Musik veröffentlich, ist bekannt dafür, den Stil von Klaus Schulze am Leben zu halten und weiterzuentwickeln. Seit etwa 2014 veröffentlicht Schieber regelmäßig Alben, bei denen auch schon mal Gastmusiker wie Thomas „Tommy“ Betzler am Schlagzeug saßen. Das neueste Werk „Timeless“, das den Untertitel „Vibrations Of The Heart“ trägt, ist am 19.11.2025 erschienen. Darauf ist Laurent Schieber wieder allein unterwegs. |
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Laurent Schieber
schreibt dazu auf seiner Bandcampseite: „Timeless“
ist mehr als ein musikalisches Werk – es ist eine Reise durch Klang, eine
leuchtende Erkundung des Erbes der Berliner Schule, durchdrungen von
Sensibilität und herzlicher Aufrichtigkeit. Durch weitläufige
Klanglandschaften und fließende Sequenzen lädt Sequentia Legenda (Laurent
Schieber) jeden Zuhörer ein, über die Grenzen der Zeit hinaus in einen
Raum der Kontemplation, innerer Resonanz und sanfter Erhebung einzutreten. Jeder
Track entfaltet sich wie ein atmendes Universum: immersiv, introspektiv und
strahlend. Die Musik wird zu einer Brücke zwischen dem Sichtbaren und dem
Unsichtbaren, einem Weg zum Wesentlichen, einer vibrierenden Erfahrung für
diejenigen, die sich dafür entscheiden, die Freiheit des inneren Zuhörens
anzunehmen. „Timeless“ ist eine Hommage an das Licht, die Liebe und den
unendlichen Horizont des Klangs. Und dass Laurent
Schieber hier mehr Licht vertont hat, das zeigt sich auch schon an den
Titeln der Stücke, von denen zwei das Wort „Light“ beinhalten. Das Album beginnt mit
dem 31minütigen Stück „Celestial Waves Of Light“. Laurent beschreibt
den Track im Booklet wie folgt: Die
synthetischen Wellen des MS-20, die an einen stellaren Ozean erinnern,
vermischen sich mit dem Glockenspiel einer fernen Glocke, die durch die
Unendlichkeit widerhallt. Dann, wie aus einer anderen Ebene, taucht eine
unerwartete Stimme aus dem Minimoog auf – eine synthetische, fast
organische Stimme, zerbrechlich, aber himmlisch, die eine Emotion von
anderswo vermittelt. Das Stück soll eine
lebendige Hommage an die universelle Welle, die durch uns alle fließt und
sie verbindet, darstellen. Das Stück beginnt mit synthetischem Rauschen,
aus dem sich langsam einige Harmonien kristallisieren. Diese verändern sich
aber nur sehr langsam und so mäandert das Stück über weite Strecken
dahin. Die Sounds erinnern dabei oft an die Musik von Klaus Schulze der
70’er Jahre. Dann kommen ein leichter Rhythmus und auch perlende Klänge
auf. Ab der Mitte überdeckt das Rauschen die flächigen Harmonien und
Rhythmen ein wenig. Laurent entführt die Hörer damit in eine andere Welt. Das zweite Stück
„Timeless Ethereal Light“ bringt es dann auf 19 ½ Minuten Spielzeit.
Laurent schreibt dazu im Booklet: Von
der Intuition geleitet, erschien allmählich ein analog strukturiertes Pad
auf dem Arturia Jupiter-8, wie eine leuchtende Liebkosung, die die Sequenzen
sanft hervorhob – wie ein Schleier der Ewigkeit, der das Stück zu einer
neuen Dimension erhebt. Es war weniger eine Ergänzung als ein vibrierendes
Gleichgewicht, das die Luft um die Sequenzen herum sanft verdickte und
gleichzeitig ihre Klarheit bewahrte. Während des Finales tauchen luftige,
unerwartete Pads aus einem zweiten Jupiter-8 auf, die sich wie die letzten
Echos eines göttlichen Lichts in den kosmischen Hall einmischten. Der EMS
Synthi AKS (VST) fügte seine gewundenen Texturen hinzu und verleiht der
Atmosphäre einen Hauch von Geheimnis und kosmischem Atem. Auch hier rauscht es zunächst
und klingt fast wie ein startendes Flugzeug - nur nicht so laut und in etwas
helleren Tönen. Dann setzt der Sequenzer ein und auch Harmonien, die fast
schon melodisch anmuten, kommen nun auf. Das Stück hat mehr Abwechslung zu
bieten wie der Opener, da es mehr Harmonien und Soundwechsel gibt. Nach ein
paar Minuten nimmt der Track gar an Fahrt auf und wirkt jetzt recht
dynamisch. Dabei erinnern auch hier einige Klänge an Klaus Schulze. Laurent
beendet das Stück in den letzten vier Minuten in dem er wieder die Klänge
mit einem Rauschen überdeckt. Das wirkt teilweise wie ein Schwarm
fliegender, summender Insekten. Den Abschluss bildet das
gut zehnminütige „Love Feeds Love II“, dessen erster Teil in einer
dreieinhalbminütigen Fassung auf dem 2023’er Album „Alcyone“
enthalten ist. Das neue Stück ist eine Überarbeitung des früheren Themas
und wurde um sechseinhalb Minuten verlängert. Mit diesem letzten Track öffnet
Laurent dann den Hörern wieder die Ohren, die ein wenig von den letzten
rauschenden Klängen etwas beansprucht wurden. In diesem Stück, das für
mich das Highlight des Albums ist, geht Laurent sehr harmonisch und fast
melodiös vor. Auch ist die Soundstruktur in den ersten Minuten dieses
Tracks klar und transparent. Leider kommen nach gut dreieinhalb Minuten
erneut rauschende Klänge auf, die die herrliche Stimmung so ein wenig drücken.
Insgesamt kann man
sagen, dass Laurent Schieber aka Sequentia Legenda seinem Stil treu
geblieben ist. Allerdings hat er für meinen Geschmack dieses Mal ein wenig
zu viel von rauschenden Synthies benutzt, die ein ums andere Mal seine
harmonischen Parts überdecken. Für Freunde seiner Musik ist das neue Album
aber wieder der richtige Stoff. Stephan Schelle, Januar 2026 |
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