Robert Schroeder - Relaxesizer
 

Robert Schroeder - Relaxesizer
News Music / Spheric Music (2025)

(9 Stücke, 55:51 Minuten Spielzeit)

Es ist kaum zu glauben, Robert Schroeder veröffentlichte am 01.11.2025 bereits sein 48. Soloalbum. Es trägt den Titel „Relaxesizer“. Und sein Output ist immer noch von hoher Qualität, das beweist auch sein neustes Werk, das mit neun Stücken aufwartet, die neben seinen typischen Trademarks auch wieder neue Sounds bereithält. Zwar sind die einzelnen Stücke auch zum Entspannen geeignet, esoterisch/belanglos sind sie aber keinesfalls. Die abwechslungsreichen Stücke bewegen sich dabei zwischen 60 und 120 bpm. Die CD erscheint einem Jewelcase mit vierseitigem Booklet.

 

 


Robert Schroeder erklärt den Albumtitel: „Es ist kein Ergebnis eigener Schöpfung. In einem amerikanischen Pawn-Shop sah ich ein Vintage Sportgerät zur Entspannung. Dies trug den Namen Relaxesizer. Das war doch der ideale Titel für ein Album mit der Art Elektronischer Musik, wie ich sie eben mache – Entspannung durch Synthesizer-Musik – Relaxesizer.“

Los geht es mit dem 6:29minütigen „Somewhere In Space“. Wie uns der Titel schon suggeriert geht Robert recht spacig zur Sache. Da kommen zu flächigen Sounds zunächst einige herrliche Stereoeffekte auf, die besonders unter dem Kopfhörer oder mit aufgedrehter Anlage gut zur Geltung kommen. Dann erklingen eine sanfte Melodielinie und Synthesizerchöre, die typisch für Roberts Musik sind. Nach gut zwei Minuten kommen Sounds, eine weitere Melodie und dann ein Rhythmus auf, die für Gänsehaut sorgen. Einfach nur schön und hätte gerne noch was länger dauern dürfen.

Weiter geht es dann mit dem etwas mehr als sechsminütigen „Unlimited Universe“, das zunächst mysteriös beginnt, aber schon nach gut einer halben Minute seine ganze Strahlkraft entwickelt, die nach etwa einer Minute mit einer Melodie verziert wird. Nach weiteren Momenten kommt dann auch noch ein Rhythmus auf, der das Stück perfekt untermauert.

Das 5:15minütige „Floating State“ zeigt dann zunächst eine recht spacige und entspannte Seite. Nach etwa anderthalb Minuten entwickelt sich dann eine Melodie, die sanft dahinschwebt und nach weiteren Momenten mit einem Rhythmus unterlegt wird. Dabei kann man sehr gut entspannen und in seinen eigenen Gedanken abtauchen.

Mit dezentem Rhythmus startet Robert dann in das 5:18minütige „Hidden Signs“. Einige Industrial-Klangtupfer mischt er zunächst in den mysteriösen Beginn um sie dann mit rhythmischen Elementen miteinander zu verbinden. Und nach etwa zwei Minuten kommt dann wieder eine Melodielinie auf, die klanglich seine typische Handschrift trägt. Das hat was treibendes und ethnisches zugleich.

Dann nimmt uns Robert mit auf den „Planet Pasyrius“. In diesem 6:10minütigen Stück geht es sehr abwechslungsreich zu. Es beginnt zunächst recht symphonisch um dann spätestens ab der Mitte wieder diese Gänsehauttreibenden Klänge, die man an Roberts Musik so liebt, mit rhythmischen Mustern zu verbinden. Das entwickelt erneut eine hypnotische Wirkung, der man sich nicht entziehen kann.

Das Titelstück ,“Relaxesizer“, bringt es dann auf 6:46 Minuten Spielzeit. Es beginnt mit einer Art Pianointro zu dem sich einige elektronische Klangtupfer gesellen. Dann kommen flächige Sounds hinzu, die eine schwebende Aura umgibt. Und diese relaxte Stimmung, die wie Öl runtergeht, wird über die volle Länge geboten.

Mit 7:41 Minuten ist „Foreign Voices“, der längste Track des Albums. Nach einem flirrenden Beginn, legt Robert mit einem coolen Groove nach ca. einer halben Minute los. Die Kombination aus diesem sanften Beat und Roberts typischen Sounds, mit denen er eine wunderbare Melodie spielt, besitzen eine magische Wirkung, die betörend ist.

Das 6:25minütige „Weightless“ startet mit Klängen, die mich an ein Windspiel erinnern. Dann kommen Klänge auf, die wie eine elektronische Klarinette anmuten. Kurz darauf kommen aber wieder Roberts typische Sounds hinzu, die sich durch wehende Synthesizerschwaden bewegen. Ab der Mitte spendiert Robert dem Track dann noch einen Rhythmus, der das Stück weiter auflockert.

Abgeschlossen wird das Album vom 5:34minütigen „Space Delivery“. Afrikanische Percussion-/Rhythmusmuster treffen hier auf Synthesizerchöre und Effekte. Das hat was hymnisches und besinnliches zugleich. Die Melodie, die Robert dann darauf setzt, sorgt wieder für eine Erpelpelle.

Auch mit dem 48. Album lässt die Qualität des Outputs des Aachener Elektronikmusikers Robert Schroeder nicht nach. „Relaxesizer“ ist wieder ein sehr atmosphärisches Werk, das Roberts Handschrift trägt und diese mit frischen Sounds verbindet.

Stephan Schelle, November 2025

 
   

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