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Robert Schroeder -
Relaxesizer Es ist kaum zu glauben, Robert Schroeder veröffentlichte am 01.11.2025 bereits sein 48. Soloalbum. Es trägt den Titel „Relaxesizer“. Und sein Output ist immer noch von hoher Qualität, das beweist auch sein neustes Werk, das mit neun Stücken aufwartet, die neben seinen typischen Trademarks auch wieder neue Sounds bereithält. Zwar sind die einzelnen Stücke auch zum Entspannen geeignet, esoterisch/belanglos sind sie aber keinesfalls. Die abwechslungsreichen Stücke bewegen sich dabei zwischen 60 und 120 bpm. Die CD erscheint einem Jewelcase mit vierseitigem Booklet. |
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Los geht es mit dem
6:29minütigen „Somewhere In Space“. Wie uns der Titel schon suggeriert
geht Robert recht spacig zur Sache. Da kommen zu flächigen Sounds zunächst
einige herrliche Stereoeffekte auf, die besonders unter dem Kopfhörer oder
mit aufgedrehter Anlage gut zur Geltung kommen. Dann erklingen eine sanfte
Melodielinie und Synthesizerchöre, die typisch für Roberts Musik sind.
Nach gut zwei Minuten kommen Sounds, eine weitere Melodie und dann ein
Rhythmus auf, die für Gänsehaut sorgen. Einfach nur schön und hätte
gerne noch was länger dauern dürfen. Weiter geht es dann mit
dem etwas mehr als sechsminütigen „Unlimited Universe“, das zunächst
mysteriös beginnt, aber schon nach gut einer halben Minute seine ganze
Strahlkraft entwickelt, die nach etwa einer Minute mit einer Melodie
verziert wird. Nach weiteren Momenten kommt dann auch noch ein Rhythmus auf,
der das Stück perfekt untermauert. Das 5:15minütige
„Floating State“ zeigt dann zunächst eine recht spacige und entspannte
Seite. Nach etwa anderthalb Minuten entwickelt sich dann eine Melodie, die
sanft dahinschwebt und nach weiteren Momenten mit einem Rhythmus unterlegt
wird. Dabei kann man sehr gut entspannen und in seinen eigenen Gedanken
abtauchen. Mit dezentem Rhythmus
startet Robert dann in das 5:18minütige „Hidden Signs“. Einige
Industrial-Klangtupfer mischt er zunächst in den mysteriösen Beginn um sie
dann mit rhythmischen Elementen miteinander zu verbinden. Und nach etwa zwei
Minuten kommt dann wieder eine Melodielinie auf, die klanglich seine
typische Handschrift trägt. Das hat was treibendes und ethnisches zugleich. Dann nimmt uns Robert
mit auf den „Planet Pasyrius“. In diesem 6:10minütigen Stück geht es
sehr abwechslungsreich zu. Es beginnt zunächst recht symphonisch um dann spätestens
ab der Mitte wieder diese Gänsehauttreibenden Klänge, die man an Roberts
Musik so liebt, mit rhythmischen Mustern zu verbinden. Das entwickelt erneut
eine hypnotische Wirkung, der man sich nicht entziehen kann. Das Titelstück
,“Relaxesizer“, bringt es dann auf 6:46 Minuten Spielzeit. Es beginnt
mit einer Art Pianointro zu dem sich einige elektronische Klangtupfer
gesellen. Dann kommen flächige Sounds hinzu, die eine schwebende Aura
umgibt. Und diese relaxte Stimmung, die wie Öl runtergeht, wird über die
volle Länge geboten. Mit 7:41 Minuten ist
„Foreign Voices“, der längste Track des Albums. Nach einem flirrenden
Beginn, legt Robert mit einem coolen Groove nach ca. einer halben Minute
los. Die Kombination aus diesem sanften Beat und Roberts typischen Sounds,
mit denen er eine wunderbare Melodie spielt, besitzen eine magische Wirkung,
die betörend ist. Das 6:25minütige
„Weightless“ startet mit Klängen, die mich an ein Windspiel erinnern.
Dann kommen Klänge auf, die wie eine elektronische Klarinette anmuten. Kurz
darauf kommen aber wieder Roberts typische Sounds hinzu, die sich durch
wehende Synthesizerschwaden bewegen. Ab der Mitte spendiert Robert dem Track
dann noch einen Rhythmus, der das Stück weiter auflockert. Abgeschlossen wird das
Album vom 5:34minütigen „Space Delivery“. Afrikanische
Percussion-/Rhythmusmuster treffen hier auf Synthesizerchöre und Effekte.
Das hat was hymnisches und besinnliches zugleich. Die Melodie, die Robert
dann darauf setzt, sorgt wieder für eine Erpelpelle. Auch mit dem 48. Album lässt
die Qualität des Outputs des Aachener Elektronikmusikers Robert Schroeder
nicht nach. „Relaxesizer“ ist wieder ein sehr atmosphärisches Werk, das
Roberts Handschrift trägt und diese mit frischen Sounds verbindet. Stephan Schelle, November 2025 |
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