Michael Brückner - ARPreciated
 

Michael Brückner - ARPreciated
Eigenvertrieb / Bandcamp (2026)

(8 Stücke, 149:56  Minuten Spielzeit)

Der Workaholic Michael Brückner hat am 02.05.2026 ein neues Elektronikalbum herausgebracht, das den Titel „ARPreciated“ trägt. Elektronikfreunde werden bei dem Titel sofort an ARP-Synthesizer denken, doch da liegt man allerdings  falsch. Der Titel bezieht sich auf Arpeggios, die Michael hier zahlreich verwendet hat. Mir lag zur Besprechung eine Doppel-CDR vor.

 


Michael Brückner beschreibt das Album auf seiner Bandcamp-Seite wie folgt: Die ursprüngliche Version dieses Albums aus dem Jahr 2025 wurde innerhalb von 35 Stunden vor der Veröffentlichung aufgenommen – weil ich das Gefühl hatte, dass ich 2025 bis dahin noch nicht viel geschafft hatte, und dachte, es wäre schön, am (damals) aktuellen Bandcamp Friday etwas Neues anzubieten.

Ich war mir nicht sicher, ob ich es schaffen würde, habe es aber trotzdem versucht, und ich muss sagen, dass es unter den gegebenen Umständen ziemlich gut geworden ist.

Um schnell etwas schaffen zu können, schränke ich mich in der Regel im Voraus ein, was ich tun kann, welche Instrumente ich verwende und welche Techniken ich einsetze, und in diesem Fall war der Plan, nur Arpeggiatoren zu verwenden, um die Musik zu erzeugen (das sind Geräte, die Akkorde, die man auf einem Keyboard spielt, in rhythmische Muster aus – meist – einzelnen Noten umwandeln).

Auf der ersten CDR finden sich sieben Stücke, die in ihren Titeln alle die Buchstaben „ARP“ aufweisen. Es beginnt mit dem 16minütigen Titelstück „ARPreciation“. Ein dunkler Synthesizerklang, der von hin- und herwehenden Tönen untermalt wird, startet in diesen Longtrack. Das klingt sehr harmonisch und bekommt nach etwas mehr als einer Minute dann einen Sequenzerrhythmus spendiert. So mäandert das Stück zunächst ruhig und gemächlich dahin. Nach einer weiteren Minute kommt dann eine sanfte Melodielinie auf, die von flirrenden Klängen untermauert wird. Die Tonlagen ändern sich dabei gemächlich. So entsteht eine sehr entspannte, harmonische Stimmung, die gut ins Ohr geht. Das Stück nimmt im Verlauf mehr Fahrt auf und macht richtig Spaß.

Sanfte Harmonien starten dann in den nächsten, sechsminütigen Track „ARPology 01“. Dieser bekommt nach wenigen Momenten auch einen leicht plätschernden Rhythmus spendiert, auf den Michael dann eine Melodielinie platziert. Es dauert nicht lange und Michael setzt dann noch einen pumpenden Beat darauf, der in der zweiten Hälfte dann aber wieder ausklingt.

Mit „Gentle ARPs“ kommt dann ein weiterer Longtrack, der mehr als 15 Minuten lang ist. Hier perlen zunächst einige Klänge durch den Raum. Das wird dann mit Harmonien und wabernden Sounds verwoben, was eine relaxte Stimmung ergibt.

Die ersten Klänge des viereinhalbminütigen „Weird ARPs“ lassen zunächst Erinnerungen an den Anfang von Kraftwerks „Autobahn“ aufkommen. Doch Michael lässt dieses Stück atmosphärisch - ohne Rhythmik - durch den Raum gleiten. Dafür geht es dann wieder mit perlenden Sounds und einem treibenden Rhythmus beim siebenminütigen „ARPology 02“ weiter.

Mit „Old ARPs“ ist dann ein weiterer Longtrack auf dem Album, der es auf mehr als 14 Minuten Spielzeit bringt. Hier geht es gleich rhythmisch zu. Helle Synthesizerklänge bestimmen dabei die Melodieführung. Das geht sofort gut ins Ohr. Ein sehr schöner, harmonisch/melodiöser Track. Mit dem mehr als achtminütigen „ARPendix“ beschließt Michael dann die erste CDR. Da kommen zunächst einige sehr technoide Klänge auf. Und auch der Sequenzerrhythmus unterstreicht die futuristisch wirkende Stimmung. Das kann ich mir auch gut als Soundtrack für einen Science Fiction Film á la „Terminator“ vorstellen. Ein toller Abschluss dieses ersten Silberlings.

Die zweite CDR besteht dann aus dem mehr als 77minütigen „ARParition“, das zwischen rhythmischen und atmosphärischen Parts mit Sequenzerrhythmen hin- und herpendelt.

Michael Brückner ist mit „ARPreciated“ ein klasse Album gelungen, das neben Sequenzerrhythmen und Arpeggios vor allem durch sehr harmonische Elemente glänzt. Das geht wirklich gut ins Ohr und ist hypnotisch zugleich.

Stephan Schelle, Mai 2026

 
   

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