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Menzman - Fahrstuhlmusik Im Oktober erschien das neue Album von Michael Menze, der als Menzman seine elektronische Musik veröffentlicht. Das Album trägt den Titel „Fahrstuhlmusik“. Das ist schon sehr mutig, denn mit Fahrstuhlmusik verbindet wohl jeder belanglose Dudelei. Doch Menze hat auf dem Album alles andere als belanglose Musik eingespielt. Die CD enthält fünf Stücke mit Laufzeiten von jeweils mehr als sieben Minuten. Der längste Track bringt es gar auf gut 22 Minuten Spielzeit. Das Schlagzeug wurde wieder von Dirk Brand eingespielt. |
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Eine
Fahrt ohne Ziel, aber mit Richtung. „Fahrstuhlmusik“
ist eine Sammlung instrumentaler Klanglandschaften, die sich zwischen
analoger Wärme und synthetischer Weite bewegen. Inspiriert von der Berliner
Schule und dem Geist des Krautrock entfalten sich hypnotische Sequenzen,
pulsierende Rhythmen und meditative Räume. Synthesizer und akustische Drums
verschmelzen zu einem Soundtrack für innere Bewegung – wie ein Fahrstuhl,
der nicht nur Stockwerke, sondern Bewusstseinszustände durchquert. „Musik
fährt nicht nach oben oder unten – sie fährt nach innen.“ (Menzman) Es geht mit dem
siebenminütigen „Neoquiem“ los. Herrliche, flächige Harmonien leiten
in diesen Track ein, der nach kurzer Zeit schon ein treibendes
Rhythmusmuster erhält auf die sich dann weitere Harmonien entspinnen, die
in Ansätzen an die mittlere bis späte Phase von Klaus Schulze erinnern.
Aber Michael Menze macht da trotz alledem sein eigenes Ding draus. Das ist
sehr stimmungsvoll und schmeichelt sich zugleich angenehm im Ohr ein. Vor
allem die verwendeten Sounds ergeben einen weiten Soundkosmos, der schnell
gefangen nimmt. Danach folgt mit fast 22
Minuten Spielzeit das längste Stück des Albums mit dem Titel
„Korridor“. Hier kommen dann auch die organischen Schlagzeigelemente von
Dirk Brand zum Tragen, die dem Stück eine besondere Würze verleihen. Es
beginnt mit einem teils sphärischen Spannungsaufbau, der sich dann nach gut
fünf Minuten, wenn dann Arpeggios einsetzen, so richtig losgeht und an
Faszination gewinnt. Das liegt auch an den herrlichen, verschiedenen
Klangfarben, die unter anderem auch von Mellotronklängen erzeugt werden.
Nach etwa sechs Minuten schält sich eine Melodielinie heraus. Spätestens
jetzt ist man in diesem wunderbaren Track gefesselt, der auch eine leicht
rockige Note besitzt. Auch der nächste Track,
„Pausenraum“, ist mit mehr als elf Minuten ein Longtrack. Nun, wie
klingt ein Pausenraum? Hektisch, laut oder ruhig? Michael hat ihn irgendwo
in der Schnittmenge von allem musikalisch umgesetzt, geht dabei aber sehr
rhythmisch zur Sache. Auch in diesem Stück hat Dirk Brand wieder seine
Schlagzeugelemente mit eingebaut, in dem er mal die Becken, Perkussion oder
die Trommeln schlägt. Sequenzer und Schlagzeug erzeugen dabei einen
treibenden Beat den man so vielleicht auch bei den Ozric Tentacles zu hören
bekommt. Das geht richtig gut ab. Auf 13 Minuten Spielzeit
bringt es der nächste Track „Zwischen Plattenbau und Kosmos“ (was für
ein Titel!). Hier startet Menze dann zunächst wieder etwas ruhiger. Doch
der Schein trügt, denn nach zwei Minuten kommt ein treibender Rhythmus -
wie im vorangegangenen Stück - auf, bei dem erneut Dirk Brand mit dem
Sequenzer um die Wette trommelt und Sieger bleibt. Das passt aber perfekt
zusammen und besitzt wieder einen unheimlichen Drive. Wow, was für eine
Power haben die Beiden da in dieses Stück gelegt. Der Abschlusstrack
„Analog Drift“ ist dann auch noch einmal zehn Minuten lang. Mysteriös
wirkende Klänge, die wie aufgeschichtet wirken und damit eine flirrende
Atmosphäre versprühen, leiten in den Track ein, der nach gut einer halben
Minute um leicht asiatisch wirkende Harmonien/Melodiebögen erweitert wird.
Das Stück perlt minutenlang dahin bis nach mehr als vier Minuten eine
weitere Synthesizerlinie und ein Schlagzeugrhythmus hinzugefügt werden.
Eine weitere Minute später kommt dann auch noch ein pumpender Beat hinzu. Michael Menze, der als
Menzman firmiert, zündet auf seinem zweiten Album (das erste kam als
Menzman & Friends heraus und das Album von Kelman - mit Detlef Keller -
nicht mitgerechnet) ein elektronisches Feuerwerk, das nur so vor
rhythmischen Grooves strotzt. Darauf legt er dann seine eingängigen
Harmonien, die schnell ins Ohr gehen und eine wohlige Stimmung verbreiten.
Ein klasse Album. Stephan Schelle, November 2025 |
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